لوستل› دفتر ۵› د ایاز کیسه او د هغه کوټه د چرمي پاپوش او پوستین لپاره، او د هغه خواجه تاشانو ته دا ګمان چې په دې کوټه کې یې خزانه ده، د دروازې د استحکام او د قلف د دروندوالي له امله.› بيت ۱۸۶۲
M5:1862 — هر چه یابی مر ترا یغماش کن / سر او را بر ندیمان فاش کن
M5:1862
مانا · به زبانِ تو — ستاسو ژبه · AI
Der Sultan befiehlt einem seiner Emire, nachts in die Kammer seines Günstlings Ayaz einzubrechen, alles zu nehmen, was er findet, und das Geheimnis von Ayaz' vermeintlichem Schatz vor dem gesamten Hofstaat aufzudecken.
Dieser Vers ist der Befehl des Sultans an einen seiner Beamten, der von Eifersucht getrieben wird. Die Höflinge haben den Sultan davon überzeugt, dass sein treuer Diener Ayaz, den er über alle anderen erhebt, heimlich einen Schatz in einer verschlossenen Kammer hortet. Sie deuten dies als einen Akt der Untreue und Gier, der im Widerspruch zu Ayaz' zur Schau gestellter Liebe und Hingabe steht.
Der Befehl des Sultans ist zweifach: Erstens soll der Emir den vermeintlichen Schatz als Belohnung für sich behalten („plündere für dich“). Dies ist ein Test für die Loyalität und Integrität des Emirs selbst, aber auch ein Zeichen für die Enttäuschung des Sultans über den vermeintlichen Verrat seines engsten Vertrauten. Zweitens, und das ist entscheidend, soll das Geheimnis aufgedeckt werden („enthülle den Hofleuten öffentlich“). Der Sultan will nicht nur wissen, was in der Kammer ist; er will, dass die Wahrheit – oder was er für die Wahrheit hält – vor all jenen enthüllt wird, die Ayaz beneiden. Es ist ein Akt öffentlicher Demütigung, der darauf abzielt, die Heuchelei aufzudecken.
Die Ironie, die Rumi hier aufbaut, liegt darin, dass Ayaz' „Schatz“ nur seine alten, abgetragenen Hirtenkleider sind – ein Symbol seiner demütigen Herkunft und seiner ständigen Erinnerung daran, wer er war, bevor der Sultan ihn erhob. Der Befehl, der Ayaz entlarven soll, wird stattdessen die Leere der Anschuldigungen und die wahre Natur von Ayaz' Treue offenbaren. Der Vers fängt somit den Moment der höchsten Spannung ein, kurz bevor die materielle Gier der Höflinge mit der spirituellen Armut (faqr) des wahren Liebenden konfrontiert wird.
- یغما
- Plünderung, Beute; ein türkisches Lehnwort, das oft die Plünderung nach einer Schlacht oder Eroberung bezeichnet. Hier wird es als Befehl verwendet: „Mach es zu deiner Beute!“
- ندیمان
- Plural von *nadīm*. Hofgefährten, Vertraute des Königs, Höflinge. In diesem Kontext sind es die eifersüchtigen Rivalen von Ayaz.
- فاش کن
- „Mache es offenkundig!“; enthülle, decke auf. Ein Befehl, ein Geheimnis öffentlich zu machen.
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