Čitaj› Knjiga 5› Priča o Ajazu i njegovoj sobi za opanke i krznenu bundu, te pretpostavka njegovih kolega da u toj sobi ima blago zbog čvrstine vrata i težine katanca.› Bejt 1884
M5:1884 — ور دهان یابم چنین و صد چنین / تنگ آید در فغان این حنین
M5:1884
Značenje · به زبانِ تو — Tvoj jezik · AI
Selbst wenn ich eine unvorstellbar große Fähigkeit zum Ausdruck hätte, wäre sie immer noch unzureichend, um die Tiefe meiner sehnsüchtigen Klage und meines Lobpreises vollständig zu äußern.
In diesem Vers setzt Rumi seine Beschreibung der spirituellen Größe von Ayaz fort, der hier als Symbol für den vollkommenen Menschen (insan al-kamil) dient. Nachdem er sich im vorhergehenden Vers einen Mund „so weit wie der Himmel“ gewünscht hat, um Ayaz zu preisen, steigert er diese Metapher nun ins Unermessliche.
Der Vers drückt ein klassisches mystisches Paradox aus: die Unmöglichkeit, das Unendliche mit endlichen Mitteln zu beschreiben. Selbst wenn dem Sprecher hundert Münder von himmlischer Größe gegeben würden, würde sein „Sehnsuchtsklagen“ (ḥanīn) – ein tiefes, inneres Stöhnen der Liebe und des Verlangens – diesen gewaltigen Raum immer noch als „eng“ empfinden. Die Intensität des Gefühls übersteigt jede denkbare Form des Ausdrucks.
Dies ist kein bloßes rhetorisches Mittel, sondern beschreibt einen echten Zustand mystischer Erfahrung. Das Herz ist so von der Herrlichkeit des Geliebten (sei es Ayaz, Shams oder Gott) erfüllt, dass jede Sprache versagt. Die Klage ist hier kein Zeichen von Traurigkeit, sondern von der überwältigenden Fülle einer Liebe, die nicht vollständig in Worte gefasst werden kann und daher nach außen drängt.
- حنین
- Ein tiefes, sehnsüchtiges Stöhnen oder Wehklagen; ein Laut, der aus intensivem Verlangen und Liebe entsteht. Im Sufi-Kontext beschreibt es oft die Klage der Seele, die sich nach ihrem göttlichen Ursprung sehnt.
- فغان
- Ein lauter Schrei, Klage oder Wehruf. Hier wird es zusammen mit „ḥanīn“ verwendet, um die äußere Manifestation des inneren Verlangens zu beschreiben.
- تنگ آید
- Wörtlich: „es wird eng/knapp kommen“. Eine idiomatische Wendung, die bedeutet, dass etwas unzureichend, zu klein oder einschränkend sein wird.
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