읽기› 권 3› 탐욕 때문에 아기 코끼리를 먹고 조언자의 충고를 거부한 자들의 이야기› 대구 74
M3:74 — پیل هست این سو که اکنون میروید / پیلزاده مشکرید و بشنوید
M3:74
의미 · به زبانِ تو — 당신의 언어 · AI
Der weise Mann warnt die hungrigen Reisenden, dass die Elefantenjungen, die sie jagen wollen, eine rachsüchtige Mutter haben, die in der Nähe ist.
In dieser Geschichte warnt ein Weiser eine Gruppe ausgehungerter Reisender, die auf der Suche nach Nahrung sind. Er weiß, dass sie auf ihrem Weg auf Elefantenkälber stoßen werden, die eine leichte und verlockende Beute zu sein scheinen („sehr schwach und zart und sehr fett“, M3:76). Dieser Vers ist der Kern seiner Warnung: Er sagt ihnen unverblümt, dass dort, wo sie hingehen, eine erwachsene Elefantenkuh ist und sie die Jungen in Ruhe lassen sollen.
Die Warnung ist sowohl praktisch als auch metaphorisch. Praktisch gesehen ist die Mutterelefantin eine tödliche Gefahr. Sie wird den Verlust ihres Jungen mit unerbittlicher Wut rächen und die Reisenden über Hunderte von Meilen verfolgen („Wegen ihres Kindes wird sie hundert Farsang weit wandern“, M3:77).
Auf der sufischen Ebene, die Rumi kurz darauf enthüllt, sind die Elefantenjungen die „Heiligen“ oder „Freunde Gottes“ (awliyā). Sie mögen in der Welt schwach, verletzlich und unscheinbar erscheinen („verachtet und verwaist“, M3:82), aber sie stehen unter göttlichem Schutz. Ihnen Schaden zuzufügen, bedeutet, den Zorn Gottes selbst auf sich zu ziehen, der als rachsüchtige Mutter dargestellt wird, die ihre „Kinder“ (aṭfāl) verteidigt. Die Warnung des Weisen ist also eine ethische Lektion: Beurteile niemanden nach seinem äußeren Anschein und hüte dich davor, die scheinbar Schwachen auszunutzen, denn sie könnten von einer unvorstellbaren Macht geliebt und geschützt werden.
- پیل
- Elefant. Ein in der persischen Poesie häufiges Symbol für immense, oft unkontrollierbare Macht oder Größe.
- پیلزاده
- Wörtlich „elefantengeboren“; ein Elefantenjunges oder Kalb. Hier symbolisiert es die verletzlichen „Freunde Gottes“ (awliyā).
- مشکرید
- Eine veraltete Form des negativen Imperativs von „jagen“ (šekār kardan). Es bedeutet „jagt nicht!“ oder „macht nicht zur Beute!“.
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