Хондан› Дафтар 5› Қиссаи Аёз ва ҳуҷра доштани ӯ ҷиҳати чӯрик ва пӯстин ва гумон омадани хоҷатошонашро, ки ӯро дар он ҳуҷра дафинаест ба сабаби мустаҳкамии дару гаронии қуфл.› Байт 1878
M5:1878 — از ایاز این خود محالست و بعید / کو یکی دریاست قعرش ناپدید
M5:1878
Маъно · به زبانِ تو — Забони шумо · AI
In diesem Vers weist Sultan Mahmud den Verdacht zurück, sein Günstling Ayaz könnte Schätze horten, und erklärt, dass eine solche Kleinlichkeit mit dem unermesslichen Wesen von Ayaz unvereinbar ist.
Dieser Vers ist der Höhepunkt des inneren Monologs von Sultan Mahmud. Seine Höflinge haben Ayaz beschuldigt, Gold und Juwelen in einem verschlossenen Raum zu verstecken. Obwohl der Sultan Ayaz vertraut, spielt er mit dem Gedanken, um ihn zu prüfen, weist aber den Verdacht letztlich entschieden zurück.
Der Vers stellt einen scharfen Kontrast her: auf der einen Seite die kleinliche Anschuldigung des Diebstahls, auf der anderen Seite das Bild von Ayaz als „ein Meer, dessen Grund nicht zu sehen ist“ (yeki daryā-st qaʿr-aš nā-padīd). Ein Meer ist unermesslich, tief und reinigend; es kann keine geringfügigen, schmutzigen Dinge wie gestohlene Schätze enthalten. Für Rumi ist das Meer ein zentrales Symbol für die göttliche Realität und die spirituelle Weite des vollkommenen Menschen (ensān-e kāmel). Ayaz ist hier nicht nur ein loyaler Diener, sondern eine Manifestation des wahren Geliebten Gottes, dessen innere Welt so unermesslich ist wie der Ozean.
Indem der Sultan diesen Verdacht als „unmöglich und fern“ (muḥāl-ast o baʿīd) bezeichnet, bekräftigt er sein Verständnis von Ayaz' wahrem Rang. Die Anschuldigung ist nicht nur falsch, sie ist eine fundamentale Verkennung der Natur des Seins. Man kann einem Ozean nicht vorwerfen, einen Kieselstein zu stehlen. Der Vers lehrt, dass wahre spirituelle Größe immun gegen die kleinlichen Verdächtigungen und Kategorien der materiellen Welt ist.
- محالست
- Es ist unmöglich; eine arabische Lehnform (muḥāl ast), die eine logische oder ontologische Unmöglichkeit bezeichnet.
- بعید
- Fern, weit entfernt, unwahrscheinlich. Hier im Sinne von „weit hergeholt“ oder „abwegig“.
- قعر
- Grund, Tiefe, Boden (eines Meeres, eines Brunnens). Ein arabisches Lehnwort, das oft verwendet wird, um die unergründliche Tiefe spiritueller Realitäten zu beschreiben.
- ناپدید
- Unsichtbar, nicht erscheinend. In diesem Kontext bedeutet „qaʿr-aš nā-padīd“ wörtlich „sein Grund ist unsichtbar“, also bodenlos oder unergründlich.
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