Lesen› Buch 5› Die Geschichte von Ayaz und seinem Raum, den er für seine Sandalen und seinen Pelzmantel hatte, und die Vermutung seiner Kameraden, dass er in diesem Raum einen Schatz habe, wegen der Festigkeit der Tür und der Schwere des Schlosses.› Vers 1875
M5:1875 — این نکردست او و گر کرد او رواست / هر چه خواهد گو بکن محبوب ماست
M5:1875
Bedeutung · به زبانِ تو — Deine Sprache · AI
In diesem Vers ringt Sultan Mahmud mit seinen Zweifeln an Ayaz und kommt zu dem Schluss, dass seine Liebe zu Ayaz jede mögliche Übertretung außer Kraft setzt: Selbst wenn Ayaz schuldig wäre, wäre es für ihn, den Geliebten, erlaubt.
Dieser Vers ist der Höhepunkt des inneren Monologs von Sultan Mahmud. Seine Höflinge sind auf dem Weg, die geheimnisvolle Kammer seines Lieblingsdieners Ayaz aufzubrechen, überzeugt davon, dass dieser dort Schätze versteckt. Der Sultan, obwohl er Ayaz' Reinheit im Grunde kennt, wird vom Zweifel geplagt. Doch seine Liebe überwindet diesen Zweifel auf radikale Weise.
Der Vers vollzieht eine bemerkenswerte Wendung. Er beginnt mit einer Verteidigung: „Dies hat er nicht getan“. Doch dann wechselt er sofort von der Frage der Schuld zur Logik der Liebe: „und tat er's doch, so sei's ihm erlaubt.“ Für den Liebenden (den Sultan, der hier für Gott oder den spirituellen Meister steht) gelten die gewöhnlichen Maßstäbe von Recht und Unrecht für den Geliebten (Ayaz, der den vollkommenen Sucher oder Heiligen darstellt) nicht mehr. Die Beziehung selbst definiert neu, was zulässig ist.
Aus sufischer Sicht veranschaulicht dies das Konzept der vollkommenen Annahme und des Vertrauens (tawakkul) in den Geliebten. Die Liebe ist so absolut, dass sie die Möglichkeit eines Fehlers transzendiert. Was auch immer der Geliebte tut, wird als Ausdruck eines höheren Willens oder einer tieferen Weisheit akzeptiert. Die Liebe hebt das Urteil auf und ersetzt es durch bedingungslose Erlaubnis – „Was immer er will, sprich: ‚Tu es!‘“
- روا
- Ein persisches Wort, das „zulässig“, „erlaubt“, „angebracht“ oder „gültig“ bedeutet. Im Kontext der Liebe impliziert es eine Erlaubnis, die über gewöhnliche Regeln hinausgeht.
- محبوب
- Arabisch für „der Geliebte“. Im sufischen Kontext bezeichnet es nicht nur einen menschlichen Geliebten, sondern ist ein zentraler Begriff für Gott oder den spirituellen Meister, der das Objekt der vollkommenen Liebe und Hingabe ist.
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