Lesen Buch 1 Abschnitt 4 ← zurück · weiter →

بخش ۴ - از خداوند ولی‌ّ التوفیق در خواستن توفیق رعایت ادب در همه حالها و بیان کردن وخامت ضررهای بی‌ادبی

Die Bitte an den allmächtigen Gott um die Gnade, stets die rechte Etikette zu wahren, und die Erläuterung der schwerwiegenden Nachteile von Unhöflichkeit

  1. M1:78 از خدا جوییم توفیق ادببی‌ادب محروم گشت از لطفِ رب Von Gott erflehen wir die Gnade des Adab,Wer ohne Adab ist, wird der Gunst des Herrn beraubt.Wir bitten Gott um die göttliche Gabe des rechten Verhaltens (Adab), denn wer dieses rechte Verhalten missachtet, dem wird die Gnade und das Wohlwollen des Herrn entzogen.
  2. M1:79 بی‌ادب تنها نه خود را داشت بَدبلکه آتش در همه آفاق زد Der Anstandslose schadete nicht nur sich selbst,sondern setzte alle Horizonte in Brand.Dieser Vers besagt, dass mangelnder Anstand (bi-adabī) nicht nur dem Einzelnen schadet, der ihn praktiziert, sondern auch ein weitreichendes Feuer des Verderbens und Unheils in der ganzen Welt entfacht.
  3. M1:80 مایده از آسمان در می‌رسیدبی‌ شِری و بیع و بی‌گفت و شنید Ein Tisch voll Speisen kam vom Himmel herab,ohne Kauf, Verkauf und ohne Wortgeplänkel.Dieser Vers beschreibt die Fülle göttlicher Versorgung, die direkt aus den Himmeln herabkam und keinerlei menschliche Anstrengung oder Handel erforderte.
  4. M1:81 در میان قوم موسی چند کسبی‌ادب گفتند «‌کو سیر و عدس‌؟» Im Volk des Moses fragten ein paar Leut’,voll Anstandslosigkeit: „Wo sind nur Knoblauch, Linsen heut?“Dieser Vers verweist auf die Anmaßung der Israeliten, die trotz des Empfangs himmlischer Nahrung (Manna und Wachteln) undankbar nach gewöhnlicher, irdischer Speise verlangten.
  5. M1:82 منقطع شد خوان و نان از آسمانماند رنج زرع و بیل و داس‌مان Der Tisch und das Brot vom Himmel wurden uns genommen,uns blieb die Mühsal der Saat, des Spatens und der Sichel.Dieser Vers verdeutlicht, wie aufgrund der Respektlosigkeit und Ungeduld des Volkes Moses die mühelose göttliche Versorgung entzogen wurde und sie gezwungen waren, sich der beschwerlichen Arbeit der Landwirtschaft und weltlichen Anstrengung zuzuwenden.
  6. M1:83 باز عیسی چون شفاعت کرد حقخوان فرستاد و غنیمت بر طبَق Als Jesus wiederum bei Gott Fürsprache hielt,sandte Er einen Tisch und reiche Gaben auf dem Tablett.Dieser Vers verweist auf die koranische Erzählung, in der, nachdem die Undankbarkeit des Volkes Moses zur Zurücknahme des himmlischen Tisches geführt hatte, Jesus Fürsprache einlegte und Gott in Seiner Barmherzigkeit Seinen Tisch der Segnungen erneut herabsandte.
  7. M1:84 مائده از آسمان شد عائدهچون که گفت انزل علینا مائده Ein Tisch ward vom Himmel zur Gabe, die wiederkehrt,als er sprach: „Sende auf uns herab einen Tisch“.Die himmlische Tafel wurde zu einer beständigen Gabe, weil Jesus sie mit den ehrfürchtigen Worten des Korans erbat.
  8. M1:85 باز گستاخان ادب بگذاشتندچون گدایان زلّه‌ها برداشتند Wieder ließen die Frechen den Anstand fahren,sammelten Reste auf, wie es Bettler waren.Dieser Vers beschreibt die Undankbarkeit einer Gruppe, die trotz des erneuten Empfangs himmlischer Nahrung diese göttliche Gabe verächtlich behandelte, als wären es bloße Essensreste.
  9. M1:86 لابه کرده عیسی ایشان را که ایندایمست و کم نگردد از زمین Jesus flehte sie an: „Dies währet ewiglich,und mindert sich von dieser Erde nimmermehr.“Dieser Vers schildert, wie Jesus seine Anhänger anflehte und ihnen versicherte, dass die himmlische Gabe Gottes unvergänglich sei und sie daher nicht aus Misstrauen und Gier Vorräte anhäufen müssten.
  10. M1:87 بدگمانی کردن و حرص‌آوریکفر باشد پیش خوان مهتری Misstrauen hegen und nach Gier sich sehnen,heißt Unglaube am Tisch des Allerhöchsten.An der unendlichen Großzügigkeit Gottes zu zweifeln oder seine Gaben mit Gier zu behandeln, ist eine Form des Unglaubens und der Undankbarkeit gegenüber dem Herrn.
  11. M1:88 زان گدارویانِ نادیده ز آزآن در رحمت بریشان شد فراز Durch jene Bettler, unersättlich aus Gier,schloss sich vor ihnen der Barmherzigkeit Tür.Dieser Vers besagt, dass menschliche Gier und Undankbarkeit angesichts göttlicher Segnungen zur Schließung der Tore der Barmherzigkeit Gottes und zum Aufhören Seiner Gaben führen.
  12. M1:89 ابر بَر ناید پی منع زکاتوَز زِنا افتد وَبا اندر جهات Die Wolke steigt nicht auf, wo man die Zakāt verwehrt,und aus der Unzucht fällt die Seuche, die die Gegend nährt.Dieser Vers besagt, dass unmoralische Handlungen und Respektlosigkeit gegenüber dem göttlichen Gesetz, wie das Vorenthalten der Almosensteuer (Zakāt) oder die Verbreitung von Unzucht (Zinā), verheerende natürliche und soziale Folgen wie Dürre und Seuchen nach sich ziehen.
  13. M1:90 هر چه بر تو آید از ظلمات و غمآن ز بی‌باکی و گستاخیست هم Was immer dir an Finsternis und Gram geschieht,Das rührt von deiner Kühnheit und Vermessenheit auch her.Rumi sagt, dass jede Form von Leid, Kummer und spiritueller Dunkelheit, die ein Mensch erfährt, eine direkte Folge seiner eigenen Ungehörigkeit, Anmaßung oder Verwegenheit gegenüber dem Göttlichen ist; unsere unachtsamen Handlungen rufen im Grunde das Unheil auf uns herab.
  14. M1:91 هر که بی‌باکی کند در راهِ دوستره‌زن مردان شد و نامرد اوست Wer ohne Scheu den Weg des Freundes geht,wird Räuber an den Edlen, ist selbst ohne Ehr'.Wer auf dem spirituellen Weg respektlos und dreist handelt, bringt nicht nur sich selbst vom Weg ab, sondern wird auch zum Hindernis für andere und erweist sich als unwürdig für diesen Pfad.
  15. M1:92 از ادب پرنور گشته‌ست این فلکوز ادب معصوم و پاک آمد مَلَک Durch Anstand ward dies Firmament von Licht erfüllt,durch Anstand kam der Engel rein und sündenfrei.Rumi erklärt hier, dass Anstand (adab) das grundlegende Prinzip von Ordnung und Schönheit im Dasein ist, welches den Himmeln ihr Licht und den Engeln ihre Reinheit und Unschuld verleiht.
  16. M1:93 بُد ز گستاخی کسوف آفتابشد عزازیلی ز جُراَت رَدِّ باب Durch Frechheit ward die Sonne einst verfinstert,durch Dreistigkeit ein Azazil vom Tor verstoßen.Rumi führt an, dass Frechheit und Anmaßung schwerwiegende Folgen haben, und nennt die Sonnenfinsternis und die Verbannung von Azazil (Iblis) aus Gottes Gegenwart als Beispiele für solch verheerende Auswirkungen.